Kleinzeit

eine medizynisch-musikalische Krankengeschichte


“Kleinzeit wird durch Schmerzen von der Bahn, aus der Firma und in die Laken eines Krankenhausbettes geworfen. Vor der rücksichtslosen Pflege eines autistischen Ärzteteams, flüchtet er in den geistigen Untergrund. Er beginnt mit dem Bett zu kommunizieren, kommt mit seinen Schuhen ins Gespräch, plaudert mit dem Tod. Einziger Lichtblick für Kleinzeit im Krankenhaus: die schöne Nacht-schwester. Kleinzeit verliebt sich in sie und findet in ihr und ihrer Wohnung einen Zufluchtsort. Pendelnd zwischen Krankenhaus, U-Bahnschacht und Wohnung, erlebt Kleinzeit eine Reise durch sämtliche Bereiche und Gründe seiner Existenz, durch physische und metaphysische Welten.”

 

Wir von “No Secrets in the Family” nahmen uns 1994 zusammen mit Urs Blöchlinger und Christoph Baumann dem krankem Antihelden an und widmeten ihm ein musikalisches Psychogramm für ein 12-köpfiges Orchester. In Zusammenarbeit mit der Regisseurin Barbara Liebster und dem Kunstmaler, Plastiker und Video-Künstler Peter Panyoczki entstand ein skurilles Musik-Sprech-Licht-Spiel —  eine eigenwillige, atmosphärische Verbindung aus Konzert, Filmvorführung und Lesung.
Trotz breiter Unterstützung aus den vielen Fonds und Stiftungen der Schweiz, kostete dieses Monsterprojekt uns von „No Secrets in the Family“ viel Geld — und leider auch den letzten Nerv. Wir lösten uns danach als Band auf und wurden anderwo glücklich.

 

Musik und Texte No Secrets in the Family nach einem Buch von Russell Hoban. Arrangements Urs Blöchlinger und Christoph Baumann

Ensemble: Christoph Baumann Keyboard  Urs Blöchlinger Sax Christof Dienz Fagott Christoph Gantert Trompete Placidus Schelbert Cello Marie Schwab Bratsche Priska Walss Posaune Chris Wirth Klarinette No Secrets in the Family Keys, Guit, Bass, Drums Projektionen Heiner Zweifel und Peter Panyoczki Sprecher Thomas Waldvogel