Dieses Zimmer

 

Was Andri Beyeler seinen Protagonisten in den Mund legt, ist Laut gewordenes Gedankengut. Er präsentiert uns das Leben in Stakkatosätzen. Sobald der Hörer den Sinn einer Aussage erahnen kann, brechen die Sätze ab. Andri schreibt kein Wort zuviel. Das wirkt aber weder künstlich noch aufgesetzt. Er hat den Menschen und ihrer unvollkommenen Alltagssprache einfach gut zugehört. Vielleicht gehen mir deshalb seine Texte oft schmerzhaft nah.

Wenn seine Stücke in die Hände seiner Schwester Tina fallen, die als Choreografin und Tänzerin mit ähnlicher Genauigkeit arbeitet, dann ist das nicht doppelt gemoppelt. Ihre Präzision hilft diesen kleinen Gedankenwelten auf die Sprünge und in die Welt hinaus. Durch sie werden Andri’s Innenwelten zu Bewegung. Und wenn sie diese mit Sebastian Krähenbühl (meinem Lieblingstänzer) in Szene setzt, entsteht eine absolut einzigartiges Tanztheater.

Thom Luz, Frank Gerber und ich haben mit unseren E-Gitarren gerne bei dieser weihnächtlichen Sezierarbeit mitgeholfen. Selten entstand Musik (in meiner Anwesenheit) mit solcher Leichtigkeit und Natürlichkeit. Das machte grosse Freude.

 

Premiere am 15. Oktober 2005 , Rote Fabrik Zürich.

Buch Andri Beyeler Choreografie Tina Beyeler Regie Sebastian Krähenbühl
Musik Frank Gerber, Thom Luz, Markus Schönholzer Spiel Krähenbühl,
Beyeler, Gerber, Luz, Schönholzer 
Dramaturgie Petra Fischer Licht, Bühne Regina Meier Kostüme Francesca Merz Produktionsleitung Yvonne Nünlist