Japanese Cowboys

Wieder mal eine Gelegenheit endlose Balladen zu schreiben. Die hatte ich schon früher in der Folkband “Kloendoer” gesungen und schon damals faszinierte mich dieses hypnotische und zeitlupen-artige Dahinziehen der Texte. Da umfasste ein Lied ein ganzes Leben.

Die gute Salome Schneebeli liess Martin Gantenbein, Brigitte Helbling (Songtexte) und mir viel Spielraum beim Komponieren des Tanz-Soundtracks. Aber weil Martin und ich wissen, dass zuviel musikalische Freiheit ganz gefährlich sein kann, haben wir uns gleich zu Beginn eine konzeptionelle Zwangsjacke angezogen. Und die war ziemlich eng: Als Hauptklangquelle sämtlicher Samples wollten wir uns auf das “präparierte Klavier” beschränken. Dieses Instrument sollte die Soundgrundlage unserer FolkRockNoiseMusical-Musik werden. Wir machten uns also auf die Suche nach einem unbewachten Flügel und begannen das arme Ding mit Metallkugeln, Massagegeräten, Drähten und Schlagzeugteilen zu quälen. So generierten wir in einer nächtlichen Aufnahmesession die Basis vieler Sounds, die wir später bei der Vertonung einsetzten.
Und höre da, die so entstandene Musik unterstützte den vorgesehenen West-Ost-Transfer der Billy-Legende bestens, ohne dabei fernöstliche Musikfolklore zu bemühen. Das Banjo klang ganz einfach nicht mehr nur nach wildem Westen, das präparierte Klavier nicht nach John Cage. Der Sound der Instrumente emigrierte mit der Geschichte problemlos nach Japan. Für mich war das die perfekte musikalisch-kulturelle Integration…

Choreographie & Regie Salome Schneebeli Buch Brigitte Helbling Musik Markus Schönholzer, Martin Gantenbein Tanz Simone Aughterlony, Phil Hayes, Roeland Wiesnekker Bühne Regula Blass, Alex Stierli Licht-Design Björn Salzer Kostüme Sasha Haettenschweiler Maske Tina Salzmann Artwork Thomas Rhyner Ton Ilja Komarov