Gotthelf – das Musical

Ui ui ui. Ein 27-köpfiges Orchester, ein 34-köpfiger Chor und dazu 24 Musicaldarsteller – nur schon aus Sicht der Ensemblegrösse war „Gotthelf“ eine Riesenkiste. Da muss manche Broadway Produktion mit bescheideneren Mitteln auskommen. Sattsam bekannte Sätze wie „hätten wir mehr….“ oder „könnten wir nur…“ verkamen unter den tollen Produktionsbedingungen der Thuner Seespiele zu hohlen Ausreden.

Aber kann das gut gehen, wenn man eine Schweizer Schriftstellerlegende wie Gotthelf samt seinem Werk auf die Musicalbühne schleppt? Ich hatte anfänglich meine Bedenken. Doch zum Glück fand sich in Thun ein Team, welches sich mit Respekt und Fingerspitzengefühl an die Bühnenadaption wagte.

So liessen wir uns nicht allzu sehr von Broadway inspirieren, sondern suchten in Gotthelfs emmentalerischen Alltag nach bewegenden und bewegten Momenten.  Und siehe da, in der Romanvorlage „Die Käserei in der Vehfreude fanden wir sie überall.Natürlich haben Charles Lewinskys Buch und Stefan Hubers Inszenierung dem Drama um das Verdingkind Änneli eine grosse emotionale Bühne gegeben — und auch ich habe mit meiner Musik echt Gas gegeben. Aber irgendwie hatte ich nie das Gefühl, wir würden den Gotthelf und sein Werk vergewaltigen. Nach und nach liess also meine innere kritische Stimme nach und ich konnte die Arbeit voll und ganz geniessen.

Die musikalische Stückentwicklung war, vorallem dank André Bellmont und Michael Reed, ein grosses Vergnügen. Ich konnte von ihrem Esprit, ihrer Professionalität und ihrem grossem Know How immer wieder profitieren und habe durch die intensive Zusammenarbeit unglaublich viel gelernt. Dangge tuusig, ihr sehr verehrten musikalischen Leiter!

Buch: Charles Lewinsky
Musik: Markus Schönholzer
Musical Supervision,
Arrangement & Orchestration: Michael Reed
Regie: Stefan Huber
Musikalische Leitung: Iwan Wassilewsky, André Bellmont
Choreografie: Simon Eichenberger
Bühnenbild: Harald Thor
Kostüme: Susanne Hubrich

 

Presse: Interview Sonntagszeitung

 


 

Ammans Suhn
 


 

Gotthelf – das Musical (Chäs) from Markus Schönholzer on Vimeo.